Vor zwanzig Jahren reichte Tim Berners-Lee als Angestellter des Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire (CERN) bei seinem Vorgesetzten einen Vorschlag für ein Computersystem ein, dass einen gezielten Zugriff auf die zahlreichen Forschungesergebnisse des CERN erleichtern sollte, indem es diese per Hyperlinks miteinander vernetzt. Dieser Moment gilt heute als Geburtsstunde des World Wide Web. Neben der grundsätzlichen Idee eines solchen Netzwerks und der Entwicklung der Programmiersprache (HTML), des Protokolls (HTTP) und der URIs (heute URLs) ist vor allem die Mitbegründung und Mitarbeit im World Wide Web Consortium (W3C) als sein wichtigster Beitrag für den Erfolg des WWW zu sehen.
Wenn ich irgendwann realisieren würde, dass ich mit Anfang dreißig das System erfunden habe, in dem heute der Großteil des geschäftlichen und ein immer größerer Teil des sozialen Lebens stattfindet, würde ich mir eine griechische Insel (oder eine Bucht oder wenigstens ein Haus, angeblich hat Berners-Lee von seinen Leistungen finanziell nie besonders profitiert) kaufen und in dem Bewusstsein, dass nichts bedeutenderes mehr kommen kann, Oliven kauend in den Sonnenuntergang blinzeln. Genau wegen dieser Einstellung werde ich aber wohl auch nie entsprechende Erfindungen machen. Und so entwickelt Berners-Lee auch heute noch große Ideen, vor allem zu dem, was folgen könnte auf das Web, wie wir es kennen und präsentiert diese hier und da, beispielsweise auf einer TED Conference. Weniger konkret als vor zwanzig Jahren, etwas weniger überzeugend, aber dennoch sehr interessant und unterhaltsam.
Tim Berners-Lee: The next Web of open, linked data












